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  #1  
Alt 23.02.2006, 14:37
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Bunav Bunav ist offline
in memoriam † 31. Januar 2013
 
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(1/2) Navigation im Auto ~ Erwarte keine Wunder von einer Maschine!

Letztes Edit: 31.5.2008 * * * * * Thema ist gesperrt (read_only). ==> Kommentare, Hinweise,... bitte h i e r.

Überlegungen für diejenigen, die ein Navigationsgerät im Auto planen oder kürzlich bekommen haben, Motorradfahrer haben da andere Betriebsbedingungen und Anforderungen.
Über Wert und Eignung toben Glaubenskriege, Prospekt-Fetischisten wissen haargenau, welches das beste Modell ist, sind beim ersten Misserfolg oft schnell enttäuscht, kennen dafür aber die neuesten Werbeaussagen anderer Hersteller und warten, dass da in Kürze etwas völlig Neues herauskommt, das Supermodell schlechthin. Irgendeine Messe steht doch immer kurz bevor.
Also, wenige absolute Feststellungen, alles ist höchst subjektiv –„And so do I“-- meine Erfahrungen mit Autorouting-Geräten beziehen sich auf drei Jahre iQue 3600 (GARMIN) und seit Frühjahr 2007 auf das nüvi 660 TFM, ersetzt durch nüvi 760 TFM.

Technische Aspekte Aus meiner Sicht sind Anzeige und Sprachausgabe wichtig. Auswahlkriterien: Größe und Qualität des Displays (Farbe, Auflösung), ausreichende Lautstärke (manch eingebauter „Laut“sprecher ist völlig ungeeignet), Eingabeart (Tasten/Wippe, Stift, Touch Screen), Routenneuberechnungs-Möglichkeit, Umfang des mitgelieferten Kartenmaterials, Updatemöglichkeit /Preis.

Empfangsmöglichkeit: Geräteantenne nahe an der Frontscheibe „sieht“ Satelliten vorzugsweise im Bereich vor dem Fahrzeug und über Kopf, Einschränkungen des Empfangs aus rückwärtiger Richtung. Bei sonst freier Sicht reichen die auswertbaren SAT jedoch meist aus, problematisch sind Abschattungen in bergigem Gebiet und durch hohe Gebäude in der Stadt. Ich halte eine schnell zu montierende Magnetantenne zumindest als „Reserve“ für empfehlenswert. Spätestens nach einem „Kein Satellitenempfang“ habe ich die externe Antenne aufgesetzt und die fremde Stadt gut bewältigt (iQue).
Bei etlichen Automodellen mit Wärmeschutz-Beschichtung der Scheibe und z.B. bei Wohnwagen kommt man am Einsatz einer Außenantenne nicht vorbei, am Navi sollte sich eine externe Antenne anschließen lassen, falls dieser Anschluss fehlt, wird eine Relais-Antenne notwendig.

Heute werden fast ausschließlich Geräte mit hochempfindlichen Empfängern angeboten, die Empfangsprobleme verringern sich stark. Da ich weder reflektierende Frontscheibe noch Wohnwagen (Vorbau) habe, brauchte ich für die nüvi-Modelle nicht mehr auf eine externe Antenne auszuweichen

Man sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass bei Geräten, die speziell für den Einsatz im Kfz angeboten werden, sehr oft typische Eigenschaften des klassischen GPS-Empfängers fehlen. Ein paar Überlegungen dazu im folgenden Beitrag „Teil (2/2)“.

Navi in Aktion. Mit der Routenneuberechnungsmöglichkeit muss man eigene Er„fahrungen“ sammeln.Automatisches Neuberechnen habe ich am Anfang durch „Bestätigen“ ersetzt (Ja / Nein), denn kurzes Abweichen von der Route kann beabsichtigt sein oder lässt sich nach der Karte korrigieren. Neuere Geräte (auch die nüvis) kennen oft diese Einstellmöglichkeit nicht mehr, beim Anweichen von der der eingegebenen Route rechnet das Navi automatisch eine neue Streckenführung.

Viele Geräte sind so eingestellt, dass sie den Kartenbereich bis zur nächstfolgenden Abbiege-Situation (die wird stark vergrößert dargestellt) vollständig zeigen. Nach der Auffahrt auf eine Autobahn kann die nächste „Aktion“ mehrere Hundert Kilometer entfernt sein, dabei stören dann das starke Herauszoomen und die unübersichtlich kleine Darstellung. Abschalten dieser Automatik und Zoomeinstellung von Hand kann vorteilhaft sein, aber auch diese Möglichkeit fehlt bei vielen Modellen, um den Fahrer von einer Betätigung während der Fahrt abzuhalten.

Für ein neues Gerät sollte man eine ausreichende Eingewöhnungszeit einkalkulieren, Kauf eines Navis kurz vor der Urlaubsreise in der Hoffnung „Einfachste Handhabung“ kann sich rächen. Natürlich gibt es sehr viele simple Situationen, in denen „rechts abbiegen“ völlig reicht, aber man muss beobachten, dass da auch ein „rechts halten“ existiert, und bei mehrspurigem Verkehr wird das Display fast zwingend notwendig.

Kein Navi kann die wirklich optimale Streckenführung kennen, sucht man die „schnellste Strecke“, dann geht die Berechnung von den Geschwindigkeitsvorgaben der unterschiedlich eingruppierten Straßen aus. Bundesstraßen werden gegenüber Wohnstraßen bevorzugt, das schließt aber im konkreten Fall nicht aus, dass der Ortskundige über Nebenstraßen schneller sein Ziel erreicht als über die von LKW bevorzugten Straßen, die nominell für höhere Geschwindigkeit ausgewiesen sind.
Daher noch ein dringender Rat: Teste nicht so sehr im Heimatort! In fremder Umgebung fällt es viel leichter, den Anweisungen zu folgen, man wird sein Ziel sicher erreichen. Beim Lotsen in vertrauter Umgebung kommt schnell Unmut auf „warum diese Strecke? xxx wäre doch viel sinnvoller/schneller,…“. Ein GPS-Gerät ist nun mal eine Maschine, und wenn es vielleicht auch den eigenen Vorstellungen widerspricht:
Ein Navi kann nicht alles, und es ist nicht unfehlbar.

Und nebenbei, heute nach einigen Jahren Einsatz weiß ich gar nicht mehr, wie das eigentlich all die vielen Jahre ohne Navi funktionierte.

Grüße Bunav
** nüvi 760TFM, GPSMAP 76Cx ** Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie nicht behalten, weil unbeabsichtigt.-- Rückgabe erwünscht!
  #2  
Alt 05.11.2006, 21:05
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(2/2) Einschränkungen der universellen Anwendbarkeit bei Geräten speziell für ein Kfz

Letztes Edit: 31.5.08 * * * * * Thema ist gesperrt (read_only). ==> Kommentare, Hinweise,... bitte h i e r.

Benutzen eines Navigationsgerätes im Fahrzeug, wobei vielfach lediglich die Zieladresse anzugeben ist, stellt eine relativ junge Anwendung dar. In sehr kurzer Zeit ist das eigene “Navi“ zu einem Massenartikel geworden, die Zuwachsraten sind entsprechend hoch.
Dabei trat ein Wandel in den technischen Eigenschaften auf, GPS-Empfänger stellen auch weiterhin hochkomplexe technische Geräte dar, nur wird das nach Möglichkeit bewusst vor dem Anwender verborgen. Ihm soll nahegelegt werden „Easy“, „einschalten und losfahren“, „kein PC/ keine Vorkenntnisse notwendig“, „selbsterklärende Funktion“, u.s.w.

Bei reinen Kfz-Navigationsgeräten fehlen viele der klassischen Möglichkeiten eines GPS-Empfängers, das hat teilweise den Vorteil eines geringeren Herstellungsaufwandes, der Kampf um Verbreitung am Markt wird ja wesentlich über den Preis geführt. Außerdem vereinfacht sich die Anwendung, denn eine fehlende Funktion führt nie zu Anwendungsproblemen !

Deshalb der Rat, sich zu rechtzeitig zu überlegen, ob es für den eigenen Gebrauch ausreicht, „von hier bis zum Ziel“ geführt zu werden, oder ob man flexibler sein möchte und ein Gerät mit breiterem Anwendungsbereich sucht. Zusätzlich zu den in Beitrag #1 genannten Gesichtspunkten Antennenanschlussmöglichkeit, Displaygröße und –Qualität, Lautstärke in geräuschvoller Umgebung, … solle man sich weitere Fragen stellen:

Lässt sich eine Route ausarbeiten, die nicht an der augenblicklichen Position startet? Speichermöglichkeiten?
Routen am Rechner zu entwerfen und auf das Navi zu übertragen, ist oftmals nicht vorgesehen. Beim Umsteige auf das iQue 3600 war mir bewusst, dass sich Routen nur auf dem GPS-Gerät erstellen lassen. Start von einem beliebigen Punkt ist dadurch möglich, dass man bei abgeschaltetem SAT-Empfang eine andere Position eingibt, dem Gerät also vorgaukelt, sich am gewünschten Startort zu befinden. Erfreulicherweise lassen sich Routen im iQue speichern, neueren Geräten fehlt meistens diese Fähigkeit.
Korrektur einer Route durch Einfügen von Zwischenzielen?
Da der Routenvorschlag (mehr kann es nicht sein!) nicht immer den eigenen Vorstellungen der Streckenführung entspricht, sollte meiner Ansicht nach die Möglichkeit bestehen, durch „Zwischenziele“ / „Viapunkte“ den gewünschten Verlauf zu erzwingen. Bei zahlreichen Modellen ist allenfalls ein einziges Zwischenziel möglich.
Lassen sich Koordinaten eingeben und anzeigen?
Sehr oft wird das gewünschte Ziel über die Adresse eingegeben. Aber wenn man z.B. aus dem Internet nur die Koordinaten kennt, oder sich die Position wegen fehlender (unvollständiger) Adresse aus einer anderen Karte besorgen muss, benötigt man zwingend die Eingabemöglichkeit über Koordinaten.
Bekannt ist auch das Problem unterschiedlicher Schreibweisen insbesondere bei Straßennamen. Falls Adresseneingabe aus irgendeinem Grund versagt, sollte sich das Ziel auch von Hand mit den Koordinaten oder durch Auswahl auf der Karte festlegen lassen.
Sind unterschiedliche Gittereinstellungen und Kartenbezugssysteme möglich?
Immer wieder gibt es hier im Forum Anfragen, wenn Koordinaten in einem bestimmten Format vorliegen, das nicht mit der Einstellung des Gerätes übereinstimmt (Grad, Minute, Sekunde / Grad, Minute / nur Grad / UTM …). Wünschenswert ist eine Einstellmöglichkeit für das Gitter, fehlt sie, muss man selbst das Umrechnen übernehmen. Prinzipiell kann man also mit einem einzigen Gitter auskommen.
Beim Kartenbezugssystem dürfte dagegen das vorgegebene WGS84 so gut wie immer ausreichen, das Fehlen einer Einstellmöglichkeit sehe ich da eher positiv, weil damit Einstellungsfehler vermieden werden.
Lassen sich Tracks aufzeichnen? Speichern von Tracks?
Eine Trackaufzeichnung liefert ein präzises Protokoll der zurückgelegten Strecke, man kann sich später nochmals ansehen, wo man eine Pause einlegte (Restaurant), oder wo man sich --trotz Navigationshilfe-- verfahren hat, das lässt sich nicht zu 100% ausschließen. Interessierte können eine Trackaufzeichnung weitergehend auswerten, die Aufzeichnungsmöglichkeit findet sich jedoch selten in Geräten speziell für den Betrieb im Kfz.
Speichern mehrerer Tracks mit möglichst allen Details gibt es dementsprechend noch seltener.
Erweiterung auf separate Navigationssoftware möglich?
Falls das Gerät einen NMEA-Ausgang hat und die üblichen GPS-Daten übermittelt, lässt sich zusätzlich ein Navigationsprogramm ansteuern, diese Eigenschaft wird man aber vermutlich nur recht selten vermissen.
Gibt es eine Anzeige der SAT-Positionen und der Empfangsfeldstärken?
Eine klassische Satelliten-Seite, in der man den Status des SAT-Empfangs, die Feldstärke (Balkenhöhe) und die augenblickliche Position eines SAT ablesen kann, liefert wertvolle Hintergrundinformationen, insbesondere unter schwierigen Empfangsbedingungen.
Solange sich ausreichend viele Satelliten auswerten lassen --bei SIRF-Empfängern sind die Chancen im allgemeinen besser--
dürfte sich das Fehlen einer SAT-Seite („zu technisch, ich will nur mein Ziel erreichen …“) nicht negativ auswirken.
Batterie- / Akkubetrieb möglich?
Die Einschränkungen beim Betrieb ausschließlich mit der Fahrzeug-Bordspannung erklären sich von selbst.
Leider sind universell einsetzbare Navis, welche die beschrieben Möglichkeiten besitzen, ziemlich rar, oft besteht die Lösung daher im Aufsplitten auf mehr als einen einzigen GPS-Empfänger.

Grüße Bunav
** nüvi 760 TFM, GPSMAP 76Cx ** Wer Rechtschreibfehler findet, darf sie nicht behalten, weil unbeabsichtigt.-- Rückgabe erwünscht!
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