Karte mit geographischen Gitter referenzieren

Garmin GPSMAP 65s, TwoNav Cross, Trail2, Aventura2 im Test

Wir schlagen sich die neuen Outdoor-Navis mit Mulit-Empfang (GPS, Glonass, Galileo) in unserem Vergleichstest? Unser Test legt den Schwerpunkt auf die Hardware (Höhenmesser, Standortbestimmung, Akkulaufzeit, Displayhelligkeit uvm.) zeigt aber auch einen Übersicht über die Karten-, Routen- und Navigationsoptionen. Zum Vergleichstest...
  • Hallo,

    Ich versuchte eine Karte mit geographischen (Lat/Lon) Gitter mit dem Gitterwerkzeug in QMapTool zu referenzieren. Meine Eingaben waren:


    Projektion: Mercator

    Datum: WGS_1984

    Ostwert links oben: 15.833

    Nordwert links oben: 47.25

    Horiz./vert. Abstand: 0.08333


    Nach dem Platzieren der Gitterpunkte schaut der gcp-File sehr merkwürdig aus:

    Code
    1. #V1.0
    2. #gcpproj: +proj=longlat +ellps=WGS84 +datum=WGS84 +no_defs
    3. -gcp 739 1384 0.0004273145771 0.0001422302589
    4. -gcp 2205 1388 0.0004273145771 0.0001429788251
    5. -gcp 3670 1392 0.0004273145771 0.0001437273912
    6. -gcp 5136 1396 0.0004273145771 0.0001444759573

    Auch im Tool-Fenster sind die Werte viel zu klein:


    Irgendwo ist da der Wurm drinn. Hat jemand eine Idee wo?


    Besten Dank für alle Tipps!


    Mein System: Win10 64 bit; QMapTool V1.14.0

  • Statt des "Horiz./vert. Abstand" brauchst du die Koordinaten der unteren rechte Ecke, sonst wird das nichts.

    Bei Mercator werden Koordinaten in Metern angegeben.

    Nicht bei Papierkarten.

    "The universal aptitude for inaptitude makes any human accomplishment an incredible miracle." (John Paul Stapp)

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  • Danke für alle Antworten!


    Die fragliche Karte macht leider keine Angaben zum Koordinatensystem. Sie schaut so aus:


    Das blaue Gitter hat nur Zählnummern aber keine Koordinatenwerte. Das viel gröbere schwarze Gitter hat Lat/lon-Werte.


    Bei einer optisch ähnlichen Karte, von denselben Verlag, hat das blaue Gitter UTM-Werte in 2000 m Abstand und ebenso die Lat/Lon-Werte. Die 2000 m Gitterweite hat auch etwa die fragliche Karte.


    Das ist leider alles, was ich zur Karte weiß. Ist meine Vermutung zum Koordinatensystem unplausibel?

  • Versuch macht klug. Wenn das Gitter in Grad ist, dann ist es keine Mercator Projektion sondern eine longlat Projektion (das Gitter - die Karte selber ist was anderes). Deswegen im Gitterwerkzeug nicht Mercator auswählen sondern selber "+proj=longlat" bzw "+init=epsg:4326" eingeben (Syntax mag falsch sein, bitte selber googlen). Dann die ober Ecke angeben, den Abstand der Linien, die 4 Referenzpunkte setzen und den Bereich auswählen.


    Wenn jetzt alle Punkte so halbwegs auf den Gitterpunkten liegen, kannst du weiter machen ohne die Punkte zu justieren. Einfach nur um zu kontrollieren, ob das Ergebnis so halbwegs stimmt. Wenn es stimmt, kannst Du dir die Arbeit machen jeden einzelnen Punkt genau auf seinen Gitterpunkt verschieben.

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  • Wenn das Gitter in Grad ist, dann ist es keine Mercator Projektion sondern eine longlat Projektion (das Gitter - die Karte selber ist was anderes). Deswegen im Gitterwerkzeug nicht Mercator auswählen sondern selber "+proj=longlat" bzw "+init=epsg426" eingeben (Syntax mag falsch sein, bitte selber googlen).

    Da solltest du vielleicht noch mal drüber nachdenken. "+proj=latlon" bedeutet äquidistante Zylinderprojektion, auch Plattkarte oder Plate Carrée genannt oder "geodetic" in GIS-Systemen, kommt bei Papierkarten nur für sehr kleinräumige Abdeckungen vor, z.B. Stadtpläne. Ausgangspunkt für die Kalibrierung ist die Projektion der Karte, als Gitter kann der Hersteller da drüber legen, was er für sinnvoll hält. Prominentes Beispiel sind die Generalkarten, deren Kartenprojektion ist eine äquidistante Kegelprojektion mit zwei Bezugsbreitengraden, aufgedruckt sind geografisches Gitter und UTM-Gitter. Ein anderes Beispiel ist die Michelin 711 Skandinavien, schiefe Mercator-Projektion, aufgedrucktes geografisches Gitter.


    robhubi:

    Die fragliche Karte macht leider keine Angaben zum Koordinatensystem.

    Dein Screenshot-Hintergrund sieht aus, als könnte das eine Karte aus dem Kompass-Verlag sein. Deren Wanderkarten haben meistens UTM-Projektion und lassen sich gut mit dem geografischen Gitter und WGS84 als geodätischem Datum kalibrieren. Es gibt aber auch einige Ausnahmen und es gab dazu um 2009/2010 auch eine Liste vom Kompass-Verlag, wenn du die haben möchtest, schick mir eine PN.

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  • nordlicht welchen Teil von "a) vielleicht erst mal sich mit QMapTool beschäftigen bevor man solche Tipps gibt." hast Du nicht verstanden.


    Wenn Du es nötig hast uns zu zeigen, wie toll dein Wissen ist, mach doch einen eigenen Thread auf. Wenn Du aktiv dazu beitragen kannst wie robhubi mit QMapTool seine Karte referenziert bekommt, dann trag dazu konkret was bei. Wenn Du QMapTool nicht kennst, dann wäre Schweigen besser als über Kartenprojektionen und Gitter zu dozieren.

  • Mit etwas mehr Zeit und einer Tastatur:


    robhubi lass dich nicht verwirren. Ich habe mal eine Beispiel erstellt (siehe Anhang). Diese Karte hat ein unbekannte Projektion und ein bekanntes Gitter. Das Gitter ist in Grad. Und ja es eintspricht EPSG 4326. Solch ein Gitter findet sich heute auf den meisten Karten.


    Ich lade die Karte in QMapTool im Dialog "Karte referenzieren" und starte das "Gitterwerkzeug" .


    Hier gebe ich die Werte für die erste Referenzkoordinate ein. In diesem Fall 47.3° 15.8 (Nord und Ost ergeben sich aus dem Vorzeichen). Mein Gitter hat einen Abstand von 0.05°.

    Als nächstes setze ich die vier Referenzpunkte. Links oben auf den Gitterpunkt den ich schon eingegeben habe. Die anderen im Abstandraster.


    Nun noch den Bereich für den die anderen Punkte erstellt werden sollen abstecken.


    Fertig! Das sieht dann so aus:



    t.b.c....

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  • Der nächste Schritt wäre das korrigieren der Punkte. Um aber zu sehen ob es halbwegs pass kann man die Karte schon mal referenzieren.


    Hierzu muss man sich auf eine Projektion festlegen. Im Grunde ist es egal welche Projektion die Karte hat. Das ist nur Pixelbrei der richtig hingedreht werden will. Die Praxis zeigt dass man die Karte eher in einer bestimmten Projektion haben will, um sie z.B. auf ein GPS Gerät laden zu könne. Hier ist oft Merkator eine gute Wahl. Also geben wir diese Projektion als endgültige Projektion an.



    Start drücken und in QMapShack kontrollieren. Sieht schon mal recht gut aus. Ist also nicht ganz falsch.


    t.b.c....

  • Wie wir schon sehen liegen die Punkte aber nicht ganz auf den Gitterlinien. Für ein optimales Ergebnis müssen diese noch korrigieren. Bei vielen Punkten kann das recht nervig sein. Aber QMapTool macht es mit seinem Automode etwas einfacher. Man zoom recht weit in die Karte und klickt auf den ersten Punkt. Der ist dann an der Mausgefangen und lässt sich schön auf das Gitterkreuz legen. Dort abgelegt schnappt sich QMapTool gleich den Nächsten und zoom an die Stelle. Jetzt wieder auf dem Kreuz ablegen. Und so weiter. Das mag am Anfang etwas ungewohnt sein. Damit lassen sich aber Karten mit mehreren hunderten Punkten kürzester Zeit bearbeiten.


    Das Ergebnis sieht so aus


    Man kann die Referenzpunkte auch abspeichern. Im Anhang habe ich die Datei abgelegt.


    t.b.c...

  • Also nochmal referenzieren und in QMapShack das Ergebnis ansehen.



    Hurra! Ich habe eine OSM Karte referenziert :)


    Das Gitter passt gut. Wenn man genau hinsieht liegt die Karte etwas schief. Das kommt daher, weil die Anfangskarte tatsächlich ein UTM 33 Projektion war. Wenn ich das als endgültige Projektion genommen hätte wäre die Karte gerade.


    t.b.c...

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  • Fazit:

    • Es ist nicht wirklich wichtig welche Projektion die Karte hat.
    • Es ist wichtig das Gitter zu kennen. Gradgitter sind sehr oft longlat/WGS84(EPSG 4326). Manchmal haben die aber auch ein nationales geographisches Datum. Das merkt man dann, wenn die endgültige Karte einen Versatz hat. Dann heißt es recherchieren, oder mit den Parametern von Proj so lange experimentieren bis es passt.
    • Das Gridtool wandelt die Koordinaten mit der angegebene Projektion (für die Dozenten unter uns: es ist eigentlich nur ein CRS (https://de.wikipedia.org/wiki/Koordinatenreferenzsystem)) in EPSG 4326.
    • Der Referenzierungsschritt nimmt diese Koordinaten wandelt sie in das Ziel CRS um und reprojiziert die Pixelmatrix auf die endgültige Projektion.
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