Hallo Detlev,
berechtigte Frage, denn die Begriffe werden durchaus unterschiedlich verstanden und genutzt.
Wegpunkte, Zwischenziele, POI und Custom- oder User-POI
Wegpunkte können unterschiedliche Dinge sein:
Mit dem Wegpunkt-Werkzeug angelegte Wegpunkte sind sogenannte echte Wegpunkte. Solche Wegpunkte sind bearbeitbar, austauschbar und werden in Routen als Zwischenziel auch angesagt.
Mit dem Routenwerkzeug on-the-fly angelegte Wegpunkte sind eigentlich nur Hilfspunkte, d. h. Du kannst sie nicht bearbeiten, und in der Regel auch nicht austauschen oder als Zwischenziele ansagen lassen. Da sie keine edierbaren Eigenschaften haben, werden sie ugs. auch graue Wegpunkte genannt. Technisch sind die Punkte in MapSource AFAIK an das Kartenprodukt gebunden. Sie haben eine Fülle von heiß diskutierten Eigenschaften, und es gibt unterschiedliche Erfahrungen, ob man Routen mit oder besser ohne solche Wegpunkte erstellt (näheres via Suchfunktion).
Ein Zwischenziel ist zunächst mal nichts weiter als ein Punkt in der Route, der zwischen Startpunkt und Zielpunkt liegt.
Genaugenommen müßte man bei den Punkten noch POI und Custom- oder User-POI unterscheiden, denn auch das sind Wegpunkte, die entweder im MapSource-Produkt mitgeliefert werden, oder bei neuen Geräten auch aus anderen Quellen benutzerspezifisch eingebunden werden können.
Routen und Tracks
Eine Route ist eine Wegstrecke, die über eine Folge von Punkten definiert wird. Diese können direkt als Luftlinie von Punkt zu Punkt, oder indirekt als Autoroute über die im Straßenmaterial hinterlegten Regeln und Anweisungen angesteuert werden.
Ein Track ist die Aufzeichnung einer Strecke von gemessenen Positionen.
Im Normalfall erstellt man Wegpunkte, fügt sich daraus die beabsichtige Route zusammen und navigiert damit, wobei das Tracklog nur die Aufzeichnung der tatsächlichen Bewegungen mit allen Abweichungen und Fehlern ist. --- Beim Arbeiten mit Straßendaten auf routbaren Straßen ist diese Vorgehensweise recht klar.
Allerdings werden bei der Offroad-Navigation abseits routbarer Straßen, oder bei fehlendem Kartenmaterial durchaus auch Möglichkeiten genutzt, Tracks statt Luftlinienrouten zur Navigation zu benutzen, indem man einfach auf der Kartenseite des GPS-Empfängers dem angezeigten Track nach Augenschein folgt.
Das ist etwas anachronistisch und hat Vor- und Nachteile:
Wenn man den Track eines Streckenpioniers hat, kann man ihm so auch folgen und sich die Routenerstellung sparen. Zu Fuß oder auf dem Rad geht das besonders gut.
Wenn man Offroad auch keine Detailinformationen hat, fungiert der angezeigte Track mit der Wegkontur praktisch auch als Kartenersatz, und der Track stellt Route und nicht verzeichnete Straße gleichzeitig dar.
Nachteil der zweckfremden Tracknavigation ist, daß der GPS-Empfänger keine aktiven (oder nur begrenzt intelligente) Navigationsanweisungen generiert, weil der Track eben nur eine Folge von Punkten ohne unterschiedliche Funktion ist.
Weiterer Nachteil ist, daß von Dritten aufgezeichnete Tracks natürlich auch Fehler und Umwege enthalten können. Wenn man die benötigten Wegkonturen dagegen durch Konvertierung oder Konstruktion gewinnt, kann man die Qualität wie gewünscht selbst bestimmen. Deswegen kann man Tracks zeichnen, oder mittels Programmen wie WinGDB Routen in Tracks oder vice versa umwandeln.
Wenn ein Track in eine Route umgewandelt wird, bekommt man natürlich keine vollwertige Route, sondern einen Linienzug, der der Strecke zwar grafisch, aber nicht unbedingt logisch entspricht.
Sinnvollerweise bearbeitet man eine so generierte Route nach und reduziert die Punkte auf den Abbiegungen und Zwischenziele.
Erst dann erhält man eine sinnvolle Luftlinienroute, oder kann die Strecke als Autoroute berechnen lassen. Darüber hinaus ist die Nachberabeitung wegen der begrenzten Punktzahl in einer Route auch notwendig.
Wenn man eine konturtreue Autoroute aus MapSource in einen Track umwandelt, kann man auch auf nicht-routingfähigen Empfängern wieder visuell dem angezeigten Track folgen.
Das sind nur einige Möglichkeiten und Einsatzbereiche. Empfehlenswert ist jedoch, soweit als möglich geeignete Routen zu erstellen und nach konkreten Anweisungen zu navigieren (IMHO). Wenn das nicht geht oder zu aufwendig ist, kannst Du Dir mit der Tracknavigation helfen.
Ansonsten siehe auch die Begriffserklärungen bei garmin.de.
viele Grüße
Andreas