Hallo kg340,
hier mal wie versprochen einige Beobachtungen für das eTrex Vista Cx und den Geschwindigkeitsfilter in den Marineeinstellungen (Marine Setup).
Möglich sind drei Einstellungen für den Geschwindigkeitsfilter (Speed Filter): Aus (Off), Autom. (Auto) und Benutzer (User). Werkseinstellung ist Autom.
Benutzer erlaubt die Angabe der Zeit zwischen Ablesungen (Time between Readings). Werkseinstellung ist hier 00 min 02 sec.
Merkwürdigerweise ist das Feature im eTrex Vista Cx nicht mehr übersetzt, obwohl die im Vista C noch der Fall war. Darüber hinaus ist nichts dokumentiert.
Ich habe auch im Usenet etc. keine Beiträge von Leuten gefunden, denen sich die Funktionsweise intuitiv erschlossen hätte. Angeblich soll der Filter Bewegungen durch Wellenaktivitäten kompensieren.
Hier meine ersten Ergebnisse, vorbehaltlich weiterer, ausführlicher Beobachtungen:
Testweise habe ich mal meinen Heimweg zu als flotter Geher über 3 km zu Fuß in der Berliner Innenstadt aufgezeichnet.
Bei Verwendung der Werkseinstellung arbeitet der automatische Filter zu meiner Überraschung auch bei niedrigen Geschwindigkeiten besser als erwartet:
Wenn ich stehe, zeichnet der Reisecomputer nur Zeit im Stand auf.
Wenn ich gehe, zeichnet der Reisecomputer nur Zeit in Bewegung auf.
Beim Wechsel zischen Bewegung und Stand gibt es im Reisecomputer eine Verzögerung von etwa zwei Sekunden. Das heißt, die Zeit im Stand läuft beim Losgehen etwa zwei Sekunden nach und umgekehrt die in Bewegung beim Ampelstop.
Die Geschwindigkeitsanzeige ist auch bei durchwachsenem Empfang überaus stabil. Das gilt nicht nur bei den für mich typischen 6 km/h, sondern auch bei 3 km/h. Sogar wenn ich gleichmäßig langsam zwischen stoppen und tippeln wechsle, wird der Wechsel zwischen Gehen und Stehen auch um 1 km/h zuverlässig angezeigt. Das funktioniert auch mit wenigen Satelliten noch, was IMHO zeigt, daß die Geschwindigkeitsmessung nicht primär aus der Positionsveränderung, sondern aus Dopplermessungen resultiert.
Kurze Ausfälle wie die Unterschreitung der Bahnbrücke am Bahnhof Zoo werden ohne Ausfall im Reisecomputer oder Tracklog interpoliert.
Bei längeren Empfangsausfällen zeichnet der Reisecomputer zwischenzeitlich nicht auf. --- Das ist sicher die entscheidende Fehlerquelle bei der Auswertung von längeren Touren.
Zu den weiteren Optionen:
Bei Abschaltung des Geschwindigkeitsfilter oder Benutzereinstellung der Zeit von testweise 1, 2 und 10 Sekunden kann man den Reisecomputer vergessen: Es werden im Stand ständig kleine Bewegungen angezeigt, und die gesamte Zeit wird als Zeit in Bewegung erfaßt, was natürlich den Schnitt verdirbt.
Bei Benutzereingaben über 04 min 15 sec springt die Benutzereinstellung auf diesen Wert oder sogar auf Autom. zurück ?-(
Bisher hat sich mir nicht erschlossen, ob und wie die benutzereingestellte Zeit zwischen den Ablesungen arbeitet. --- Ich vermute, daß man hier ein Zeitintervall für eine Mittelung, oder die Verzögerung für die Erkennung des Bewegungswechsels angibt, aber es scheint nicht zu funktionieren.
Auf die Trackaufzeichnung hat die Einstellung des Geschwindigkeitsfilters offenbar keinen Einfluß. Ich denke, hier wirken nur Aufzeichnungsart und Intervall aus den Trackeinstellungen.
Vorläufige Rückschlüsse:
Die Aufzeichnungen im Reisecomputer funktionieren auch bei niedrigen Geschwindigkeiten und unter durchwachsenen Empfangsbedingungen überraschend gut.
Zeiten in Bewegung und im Stand werden mit nur kurzer, systematischer Verzögerung zuverlässig aufgezeichnet.
Zu nennenswerten Fehlern kommt es eigentlich nur bei erheblichen Empfangsproblemen und naturgemäß bei Empfangsausfall.
Die Geschwindigkeitsmessung und Positionsbestimmung arbeiten offenbar weitgehend voneinander unabhängig. Deswegen darf man auch nicht erwarten, daß die Ergebnisse aus Kursaufzeichnung und Reisecomputer deckungsgleich sind.
Den Geschwindigkeitsfilter läßt man am besten wie voreingestellt automatisch arbeiten.
viele Grüße
Andreas