Messrauschen auf GPS

  • Hallo zusammen,


    ich bin inzwischen stolzer Besitzer einer Fenix 5 Plus.
    Ich gehe regelmäßig im Wald joggen. Bisher hatte ich einen billige fitbit verwendet und das GPS übers iPhone 7.

    Ich hatte nie signifikante Probleme auf dieser Strecke mit GPS Drift oder ähnlichem. In Häuserschluchten versagt das iPhone dann, aber bisher hat es meinen Ansprüchen genügt.


    Inzwischen bin ich auf die Fenix umgestiegen, und habe mich nun auf ein noch besseres GPS gefreut. Enttäuschend musste ich allerdings feststellen, dass selbst auf meiner Waldstrecke schon deutliche Drifts und Störungen zu erkennen sind, was eigentlich inakzeptabel sein sollte.


    Hier eine Aufzeichnung nur mit GPS. Sogar auf offenem Feld ist massiver Drift von geschätzten 20m erkennbar. (Eigentlicher Verlauf in Gelb)

    Hier die Aufzeichnung mit GPS und Galileo, 200m Ausflug ins Nirvana. Der Streckenabschnitt geht eigentlich durch (Siehe Gelber Pfeil)



    Meiner Meinung nach sollte die Uhr mindestens so gut wie das iPhone aufzeichnen (was ja sogar in der Tasche ist, mit Schlüssel und co - und nicht so exponiert wie die Uhr am Handgelenk, was ja für die Uhr sprechen sollte)


    habe ich ein Montagsprodukt erwischt oder irgendwas völlig falsch eingestellt?

    Besten Dank vorab!

  • hubi85120

    Hat das Thema freigeschaltet
  • Aus meiner langjährigen Laborpraxis weiß ich, daß jedes Meßinstrument ein gewisses Grundrauschen hat, und JEDE Messung falsch ist.

    Der Meßwert wird dann durch mehrmaliges Messen und Statistik ermittelt.

    Navis für den Privatgebrauch messen idealerweise im einstelligen Meterbereich, Häuser- und auch Felsschluchten, und besonders nasser Wald beeinträchtigen die Genauigkeit erheblich.

    Stell bei deinem Navi den km-Zähler auf Null und lege es dann regungslos in die Wiese.

    Dann schau, wie die km laufen.

    Im Allgemeinen bin ich mit einigen Metern Genauigkeit zufrieden, und wer seinen Stammwirt auf 10 m nicht findet, sollte heute besser nicht mehr zum Wirten gehen.

  • Exponiert am Handgelenk?

    Da müsste man ja noch wissen, wie die GPS-Antenne in der Fenix montiert ist und wie die Ausrichtung des Handgelenks während des Spaziergangs aussah.

    Wäre also einen Versuch wert, den Weg mehrfach zu wiederholen und dabei die Antenne jeweils optimal auszurichten.

    Bin sicher, dass die Ergebnisse, die Aufzeichnungen, dann besser aussehen.

    Klar, man darf wohl erwarten, dass die Hersteller sich überlegt haben, was mit so einer Fenix alles geht, jedoch verbeisst sich das ganz erheblich mit der Forderung nach Design und Größe. Da gibt es nur einen technischen Kompromiss und der führt dann zu den Erkenntnissen des TE 's.

    www.clickpedal.de Gerätehistorie: GPS12, eTrex Summit, 60CS, 60CSx, Oregon300, 62s, eTrex30, WinTec WBT-202, Oregon650, Oregon700. Aktuell: GPSMAP66S SW: BaseCamp aktuelle Version auf WIN10, GPS-Einsatz vorw. bei MTB-Touren. Nach ZUMO340 für die BMW-GS nun Kyocera Duraforce Pro mit LocusMap, Nüvi 3597LMT für PKW, LOCUSMap auf Android

  • .... weitere Elektronik "an Bord" kann ebenfalls zu Störungen führen.

    www.clickpedal.de Gerätehistorie: GPS12, eTrex Summit, 60CS, 60CSx, Oregon300, 62s, eTrex30, WinTec WBT-202, Oregon650, Oregon700. Aktuell: GPSMAP66S SW: BaseCamp aktuelle Version auf WIN10, GPS-Einsatz vorw. bei MTB-Touren. Nach ZUMO340 für die BMW-GS nun Kyocera Duraforce Pro mit LocusMap, Nüvi 3597LMT für PKW, LOCUSMap auf Android

  • Die “schönen“ geraden Linen zeigen einen Empfangsabriss des GPS. Kann leider immer mal wieder durch ungünstige Empfangsbedingungen (Abschattungen durch Bäume, Felswände, (Hoch-) Häuser...) vorkommen. Ist natürlich schwer, eine in so einem Gerät vorhandene kleine GPS Antenne ordentlich auszurichten, wenn sie bei der Geh-/Laufbewegung am Handgelenk ständig herumbewegt wird. Du wirst Dich (leider) damit arrangieren müssen, kommt ja aber auch nicht immer vor.

  • Hallo Wusa90,

    ...und besonders nasser Wald beeinträchtigen die Genauigkeit erheblich.

    kann ich durch langjähriges Geocaching voll bestätigen. Bei Regen (!) im Wald wird das SAT-Signal durch die nassen Blätter extrem gedämpft:!:


    Da springt die Ortung eines Caches mal 15 Meter in die eine und dann plötzlich 15 Meter in die andere Richtung. :/


    Gruß Torsten

  • Herzlichen Dank für eure ausführlichen Antworten und Anregungen. Auf jeden Fall ein paar interessante Ideen dabei.

    ja, da gebe ich Dir Recht, wer viel misst, der misst Mist. Das habe ich ganz früh im Ingenieurstudium gelernt. Aber es ist halt schon verblüffend, dass mein pobliges Handy auf meiner Haus und Hof Strecke seit Jahren meinen Ansprüchen genügt und ich jetzt mit einer GPS-Uhr (die nur für diesen Zweck gebaut wurde) schlechtere Ergebnisse erziele. von 4 Läufen sind 2 nicht zufriedenstellen. Also mit 50% bin ich unzufrieden.



    Exponiert am Handgelenk?

    Da müsste man ja noch wissen, wie die GPS-Antenne in der Fenix montiert ist und wie die Ausrichtung des Handgelenks während des Spaziergangs aussah.

    Wäre also einen Versuch wert, den Weg mehrfach zu wiederholen und dabei die Antenne jeweils optimal auszurichten.

    Bin sicher, dass die Ergebnisse, die Aufzeichnungen, dann besser aussehen.

    Klar, man darf wohl erwarten, dass die Hersteller sich überlegt haben, was mit so einer Fenix alles geht, jedoch verbeisst sich das ganz erheblich mit der Forderung nach Design und Größe. Da gibt es nur einen technischen Kompromiss und der führt dann zu den Erkenntnissen des TE 's.


    Ich unterstelle jetzt mal dem Garmin Konstrukteur, dass er in einer GPS-Uhr den bestmöglichen Platz für den GPS-Empfänger ausgesucht hat (unter Einhaltung von Design und package natürlich).

    Eventuell ist hier ein Metallgehäuse tatsächlich von Nachteil, weil es stärker abschirmt und ich würde mit einer Forerunner besser fahren, die hauptsächlich auf Kunststoff setzt?!


    Wie lange läßt du die Uhr nach dem Einschalten des GPS in Ruhe liegen, bevor du sie bewegst?


    Generell warte ich bis "GPS bereit" - also grüne Meldung kommt. Erst dann renne ich los.



    Die “schönen“ geraden Linen zeigen einen Empfangsabriss des GPS. Kann leider immer mal wieder durch ungünstige Empfangsbedingungen (Abschattungen durch Bäume, Felswände, (Hoch-) Häuser...) vorkommen. Ist natürlich schwer, eine in so einem Gerät vorhandene kleine GPS Antenne ordentlich auszurichten, wenn sie bei der Geh-/Laufbewegung am Handgelenk ständig herumbewegt wird. Du wirst Dich (leider) damit arrangieren müssen, kommt ja aber auch nicht immer vor.


    Hier wird doch extra damit geworben, dass die Uhr sowohl auf GPS und Galileo zugreift (habe ich in dem Fall auch so eingestellt). Kann mir echt nur die Abschirmung durch das Gehäuse als Nachteil vorstellen. Oder Runtastic+Handy verwendet eben eine bessere Software mit mehr Intelligenz als Garmin, die solche Abrisse erkennt und dann die Strecke zum nächsten zuverlässigen Signal interpoliert, anstatt sie ins Nirvana abdriften zu lassen.

  • Ohne genaue Kenntnisse von den individuellen Bedingungen vor Ort etc. halte ich so eine pauschale Aussage für nicht zielführend. Ich war gerade in den Bergen in Bayern unterwegs und bin einer geplanten Strecke (3.20 Km (Entfernung mit drei verschiedenen Planungstools überprüft)) gefolgt, meine F6xPS hat für die Strecke 5.40 KM aufgezeichnet, was sicherlich an den schwierigen Empfangsbedingungen (dichter Wald und Abschattung durch hohe Felswände) gelegen hat...


    Hier mal die Position der GPS Antenne einer 5x (optimale Ausrichtung ist also, wenn man die Uhr waagerecht hält und auf das Display zum Ablesen blickt, was ja während eines Laufs/einer Wanderung überwiegend durch die Pendelbewegung des Arms (wenn die Uhr am Handgelenk getragen wird), nicht gegeben ist):

    halte ich so erst mal nicht für normal...

  • Solche krassen Sprünge habe ich bei einer Garmin Uhr noch nicht beoachtet und wie einige vielleicht wissen, habe ich schon viele Gerät in Bezug auf den GPS Empfang untersucht. Es ist völlig normal das die Position mal 15 Meter und auch deutlich mehr von der korrekten Position abweicht aber das der Track davor und danach völlig normal aussieht, es aber plötzlich Ausreißer von 200 Meter und mehr gibt ist mir unbekannt. Wenn der Empfang schlecht ist, wirklich schlecht dann ist auch der Track davor und danach sehr ungleichmäßig mit Ausreißern, ZickZack, massiven Verschiebungen des ganzen Track etc.

    Der beschriebene Drift von 20m ist völlig normal, klar, aber nicht diese 200m Sprünge mitten in einer Tour und wie man ja auf den Bildern sieht ist das eben kein Canyon!

    Ich kenne solche Tracks mit so extremen kurzzeitigen Sprüngen von Smartphones, nicht aber von GPS-Uhren von Garmin. Ich bleibe daher bei meiner Aussage (natürlich unter Vorbehalt, da mir nicht alle Infos zum Gelände, zum Verhalten usw. vorliegen) das mit der Uhr etwas nicht stimmt...


    VG

  • Hallo Wusa90,

    ...aber nicht diese 200m Sprünge mitten in einer Tour und wie man ja auf den Bildern sieht ist das eben kein Canyon!

    lange Rede, kurzer Sinn, einfach beim Support von Garmin reklamieren und neue Uhr kommen lassen.


    Wenn die neue Uhr dann auch solche Sprünge anzeigt, ist es anscheinend "normal". Wenn nicht, lag ein Defekt vor! :/


    Gruß Torsten

  • Hallo Tobias,


    bei den Fenix Uhren (F1/2/3/5x/5x+/6xPS) bin ich ja seit den Anfängen dabei, so etwas kann gelegentlich schon mal vorkommen und ist nicht immer gleich ein Hinweis auf einen Hardwaredefekt. Aus meiner Sicht hat da nur mal kurzzeitig der GPS Empfang ausgesetzt; da mir Deine hellseherischen Fähigkeiten fehlen, dies an Hand eines Fotos zu beurteilen... Sollte dies allerdings öfters der Fall sein, Service kontaktieren.


    Ich bin jetzt aber hier raus.

  • Hallo,

    vielen Dank für den Tipp, ich werd das mal versuchen, ob das klappt.

    anbei nochmal die Stelle. Blau ist der Streckenverlauf, rot der Ort der Störung.

    Klar nicht optimal, aber eben auch kein Canyon.

    Das Blätterdach ist auch recht überschaubar finde ich.

    An dieser Stelle gab es den 20 m Drift. Zumindest sollte der Empfang hier Top sein. Aber ok, damit könnte ich mich arrangieren.

    Alles in allem sind das natürlich First world problems. Mir schon klar, aber so ist das eben, wenn man seine Hobbies perfektioniert. Besten Dank nochmals an alle! Ich werde berichten..

  • Hi Volker,


    ich denke wir haben beide sehr viel Erfahrung gerade mit den fenix Uhren das ist gar keine Frage! Mir ist das in der Form noch nie passiert, daher bin ich zu der Einschätzung gelangt. Wenn es Dir genau in dieser Form, in einem normalen Waldgebiet und nicht direkt zum Start einer Tour in der Form auch schon passiert ist, dann kommst Du natürlich zu einer anderen Einschätzung. Ich kenne sowas wie gesagt (in Bezug auf die Garmin Uhren) nur zum Start einer Tour, im extremen Gelände oder nach einem Tunnel etc. so einfach bei einer normalen Strecke wo vorher und nachher ein recht sauberer Track zu sehen ist gab es bei meinen sicher 500 Tracks mit Garmin Uhren noch keinen 200m Sprung. Abweichungen und Verschiebungen von 20m hingegen sind völlig normal und an der Tagesordnung!


    VG

  • diese Drifts sind typisch für die fenix mit Galileo das habe ich schon in meinen Videos beschrieben. Galileo macht den Empfang zwar in Summe schon minimal besser (auch da gibt es viele Meinungen) aber so merkwürdige Drifts passieren definitiv bei der fenix öfters wenn Galileo aktiviert ist. Passiert gerne wenn man aus dem Wald auf offenes Gebiet kommt.


    VG

  • doofe Frage - kann das auch an örtlichen Gegebenheiten durch elektromagnetischer Signalstörung liegen? Z.B. eine meiner öfters befahrenen Strecken führt an einem Umspannwerk vorbei - da ist mir dann schon desöfteren aufgefallen, dass ich gemessen am Bildschirm des Zumo regelmäßig deutlich neben der Straße unterwegs war. Oder auch in der Nähe der Radarhorchposten im Bereich des Großen Arber sind Signalsprünge möglich - kann mich da an einen Geschwindigkeitsrekord mit meiner Deauville von 511 km/h laut Zumo 550 erinnern - am Track in Basecamp konnte man hinterher einen 20km Sprung sehen.

    Gruss, Hubert


    manche Diskussion erspare ich mir - sie ziehen dich nur auf ihr Niveau und schlagen dich da mit Erfahrung

  • Hi Volker,


    ich denke wir haben beide sehr viel Erfahrung gerade mit den fenix Uhren das ist gar keine Frage! Mir ist das in der Form noch nie passiert, daher bin ich zu der Einschätzung gelangt. Wenn es Dir genau in dieser Form, in einem normalen Waldgebiet und nicht direkt zum Start einer Tour in der Form auch schon passiert ist, dann kommst Du natürlich zu einer anderen Einschätzung. Ich kenne sowas wie gesagt (in Bezug auf die Garmin Uhren) nur zum Start einer Tour, im extremen Gelände oder nach einem Tunnel etc. so einfach bei einer normalen Strecke wo vorher und nachher ein recht sauberer Track zu sehen ist gab es bei meinen sicher 500 Tracks mit Garmin Uhren noch keinen 200m Sprung. Abweichungen und Verschiebungen von 20m hingegen sind völlig normal und an der Tagesordnung!


    VG

    Kam/kommt bei mir auch nur sehr selten vor (Sprünge > 100m) war dann bisher immer nur ein „0ne time thing„ und es war dann auch nicht mehr reproduzierbar für mich. Ist mir aber nicht unbekannt. Vielleicht ist da dann gerade ein Satellit aus dem Empfangsbereich entschwunden und/oder...


    Sollte man sich nur Sorgen drüber machen, wenn es regelmäßig passiert und nicht auf Umgebungsgegebenheiten zurückzuführen ist.